Wasserfläche im Schilfgürtel

Exkursion Watvögel am Klingnauer Stausee - mit viel Lerneffekt

19.09.2026

Die heutige Exkursion steht unter dem Thema Limikolen (Watvögel). Ein kurzer Programmüberblick, und es geht los. Schon nach wenigen Metern gibt es den ersten Halt: Was haben Limikolen gemeinsam? Die Antworten kommen schnell: Lange Beine, meist lange Schnäbel, Leben am Übergang vom Wasser zum Land. Ja, alles meist richtig – und Limikolen reisen weit, es sind Langstreckenzieher. Die Pfuhlschnepfe hält den Rekord: In 7 Tagen nonstop von Alaska nach Neuseeland oder Australien. Das sind über 10 000 km! Um dies zu schaffen, muss sie vor dem Abflug ihr Gewicht verdoppeln und alle nicht überlebensnotwendigen inneren Organe schrumpfen lassen. Die Schnäbel der Limikolen sind zwar oft lang, aber einige Arten haben kurze Schnäbel. Das ist ganz praktisch, denn so kommen alle auf ihre Rechnung. Diejenigen mit den langen Schnäbeln holen Würmer und anderes Getier aus grösserer Tiefe als diejenigen mit den kurzen Schnäbeln, die sich an Beutetieren an der Oberfläche gütlich tun. So wird Nahrungskonkurrenz vermieden.

Naturschutzgebiet mit stehendem Totholz
Beim Weitergehen hören wir Wasserrallen, die unermüdlich rufen, aber unsichtbar bleiben. Auch eine dicke Raupe auf dem Weg wird bewundert und wir werweissen, was später daraus werden wird.

Die Bestimmungshilfe wird erklärt
Unter einer mächtigen Eiche packt Jonas, unser Exkursionsleiter, eine geniale Bestimmungshilfe für Limikolen aus. Zunächst wird der Vogel beobachtet. Dann wird eingeteilt: Langer Schnabel? Kurzer Schnabel? Lange Beine? Kopflanger Schnabel? Kleine Emsige? Erst jetzt werden die Merkmale des beobachteten Vogels mit den Abbildungen verglichen und der Vogel so bestimmt. Mit dieser Bestimmungshilfe sollten alle selbständig zum Ziel kommen.
Zunächst aber muss das Knurren im Magen beruhigt werden. Die sehr Interessierten verlegen ihr Picknick auf den Beobachtungsturm, wo es neben einigen Limikolen auch allerlei Enten und drei Reiherarten zu sehen gibt.

Wasserfläche mit Silberreihern und Enten
Nach einem kurzen Stück Weg sind wir bei der Flachwasserzone angelangt, wo neben Kormoranen, Rostgänsen und Enten diverse Limikolen zu beobachten sind. Nun gilt es, die Bestimmungshilfe zur Hand zu nehmen. Und tatsächlich, die meisten können die beobachteten Vögel selbständig bestimmen, auch wenn es manchmal noch die Bestätigung der Kenner der Gruppe braucht. Insgesamt konnten wir rund 30 Arten beobachten.
Eine tolle Exkursion mit angeregtem Austausch, guter Stimmung und viel Lerneffekt – danke Jonas!


Text und Bilder: Ruth Macauley