Eigentlich stand die Exkursion unter dem Titel Heidelerche. Daraus wurde aber nichts – obwohl sie auf dem Vorder Brandberg zuverlässig vorkommt! Die Ernte an Beobachtungen und Naturerlebnissen war aber so reich, dass die bald vergessen war. Wir starteten beim Parkplatz ausgangs des Waldes. Milane kreisten im Blau des Himmels und ein Wegerich-Scheckenfalter, dessen Raupe auf Spitzwegerich frisst, flattert. Bald zweigten wir von der Strasse ab und folgten dem steil ansteigenden Wanderweg Richtung Vorder Brandberg. Baumpieper, Roter Würfelfalter, eine Zaunammer, die sich schön präsentierte: eine Weide voller Leben.

Ein kleines Wiesenvögelchen platzierte sich so, dass seine Flügel maximale Sonneneinstrahlung erhalten. Ein Wachtelweizen-Scheckenfalter konnte beobachtet werden, die Futterpflanze der Raupe fanden wir allerdings nicht. Ein weiterer Fang war ein Feldgrillenweibchen, erkennbar an seinem Legestachel. Der Feld-Sandlaufkäfer wollte sich partout nicht fotografieren lassen, wurde aber doch noch abgelichtet. Ein Bläuling-Paar dagegen liess sich bei der Begattung überhaupt nicht stören und konnte gut beobachtet werden.

In einem grossen Bestand an Adlerfarn blieb unser Exkursionsleiter Thomas Schwaller schliesslich stehen. Dieser giftige Farn breitet sich schnell aus und ist nur schwer in Schach zu halten. Auf Weiden eine echte Plage, da das Vieh ihn wegen der Giftigkeit nicht frisst. Mitten in diesem Bestand steht eine Trauben-Eiche, also diejenige Eiche, deren Blätter praktisch ungestielt, die Früchte aber lang gestielt sind. Einige Blätter sind von einer Gallwespe befallen.

Nach dem Aufstieg konnten wir das Mittagessen im Restaurant Vorder Brandberg im Schatten und mit prächtiger Aussicht über das Thal einnehmen.
Obwohl der Rückweg der Strasse entlang führte, gab es allerhand zu entdecken: In einem Brennnesselhorst krabbelten Raupen des Kleinen Fuchses und Marienkäferlarven.

Die Raupe des Kleinen Fuchses Marienkäferlarve

Ohnsporn (oder Puppenorchis) Hundszunge
Das botanische High-light war natürlich die Puppenorchis oder Ohnsporn: ein Dutzend Exemplare am Strassenbord. Daneben fiel dann die Hundszunge doch deutlich ab. Zwei verschiedene Storchschnabelarten waren noch zu bestimmen und das Abschlussbouquet bildete ein Neuntöterpaar, das sichtlich auf dem Busch mit dem Nest thronte.
Text und Bilder: Ruth Macauley
